ſie mit Fragen über dieſe merkliche Veränderung ge⸗ quält hätte, beſonders da er dieſelbe als eine Foige der Krankheit betrachtete. Da ſie fortwährend ſtill, nachgiebig und ſanft blieb, ſo fand er ſie weit an⸗ genehmer und liebenswürdiger als während ihrer Verlobung, einer Periode in welcher ſie ihn unauf⸗ hörlich mit ihren Launen und ihrer Heftigkeit ge⸗ quält hatte. Glücklicher Weiſe für Caſpar hatte er es von Kindheit an als ausgemacht betrachtet daß Harm ihm am meiſten vor allen zugethan, daß er der Gegenſtand ſei dem alle ihre Gedanken und Träume gelten; eine angenehme Selbſttäuſchung in Folge welcher der junge Apotheker Harms augen⸗ ſcheinliche Veränderung als eine Folge ihrer Liebe zu ihm betrachtete. Genug, die jungen Eheleute wurden von Jedermann für ungemein glücklich ge⸗ halten. Man ſprach allgemein davon wie ſehr Harm ſich veredelt habe, was für eine hübſche und häus⸗ liche Frau ſie ſei und wie ſie nur höchſt ſelten Ver⸗ gnügungen mitmache.
So vergingen zwei Jahre, bis Edith wieder einen Beſuch in der Heimath machte. Ihr Anblick ſchien Harm mit Freude zu erfüllen, und dieſe umarmte die Schweſter mit einer Herzlichkeit die einen leb⸗ haften n auf Edith machte. Dießmal war Tante ara nicht dabei. Edith blieb einen Mo⸗ nat in der Heimath, dann ſollte ſie nach Schweden zurückkehren.
Eines Abends, kurz vor ihrer Abreiſe, ſchlug Harm einen Spaziergang durch das Zollthor bis nach Lötan vor. Es war ein ſchöner Abend am


