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Die ſo traurig begonnene Ehe des jungen Paa⸗— res kam indeß dem oberflächlichen Beobachter ganz glücklich vor. Die lebhafte und feurige Harm war allerdings nach der Krankheit gänzlich verſchwunden und jezt ſtill, ruhig und träumeriſch geworden. Bei⸗ nahe nie zeigte ſie ſich heftig, und von den eigen⸗ ſinnigen und herrſchſüchtigen Launen welche ſie früher gekennzeichnet hatten, fand man keine Spur mehr vor. Es war als hätte ſich eine Wolke über dem Sonnenlicht der Seele gelagert. Harm erſchien deß⸗ ungeachtet jezt einnehmender und lieblicher als zu⸗ vor. In den großen düſtern Augen brannte eine dunkle Flamme die ihnen etwas Zauberhaftes ver⸗ lieh, und um das bleiche ſchöne Geſicht wogten die ſchwarzen Locken wie ſtille Leidenſchaften, welche die gedankenvolle Stirne der jungen Frau in ihrem Schooße beherbergte.
Ohne Liebe verheirathet, während das Herz von einem Andern erfüllt war, hartnäckig und verſchloſ⸗ ſen von Character, verlebte Harm in den erſten Jah⸗ ren ihrer Ehe nur eine Reihenfolge endlos trübſeli⸗ ger Tage. Weit entfernt, wie ihre Mutter, dem
Willen des Gatten der ihr Herz nicht beſaß ewigen Widerſtand entgegenſezen zu wollen, blieb Harm paſſiv. Sie that Alles um was der Mann ſie bat, widerſprach ihm niemals, war nie ungeduldig oder unfreundlich, aber auch nie zärtlich oder herzlich.
Caſpar Aberney, ein Mann von ruhiger un ernſter Gemüthsart, liebte ſeine Frau, machte abe keine romantiſchen Anſprüche an ihre Ergebenheit Bald nach ihrer Krankheit ſchäzte er ſich allzu gl lich ſie in's Leben zurückkehren zu ſehen, als daß e


