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Edith kam langſam nach, mit düſterer Stirne und ſcheuem Blick, ſauber, aber äußerſt dürftig gekleidet, in einem Aufzug der all der Zierlichteit und Sorg⸗ falt ermangelte womit Mutterliebe die ſchöne Tochter geſchmückt hatte.
Ehrmanns Blick ruhte auf Edith; Harm ſah er kaum an. Als die Mädchen grüßten, ſahen ſie mit Verwunderung auf den Vater, der für die Ael⸗ tere nur ein ſtrenger Herr geweſen und für die Jüngere beinahe eine unbekannte Perſönlichkeit war. Ehrmann ſagte zu Edith:
„Du haſt wohl bereits angefangen zu ſpielen?“ „Nein, ich leſe und ſpiele nicht,“ antwortete das Kind.
„Ehrmanns Brauen runzelten ſich, und er er⸗ innerte ſich jezt daß Aberney mehrere Male das Geſpräch auf das Mädchen gelenkt und ihm ſeine gänzliche Gleichgiltigkeit gegen ſie vorgeworfen hatte.
„Nimmt Edith keinen Antheil am Unterricht der Manmſell E.?“ fragte er ſeine Frau.
„Noch nicht,“ antwortete Roſa;„Edith hat eine ſo träge Faſſungsgabe.“
Ehrmann ſagte Nichts; aber die geſchwollenen Adern ſeiner Stirne bewieſen daß er ſehr zornig war.
„Du mußt mir das Lied ſingen das Du geſtern Abend jangſt,“ begann er gegen Ebith. Das Mäd⸗ chen ſchien eine Weile zu zögern. Die Augen der Mutter funkelten buchſtäblich. Aber nach kurzem Bedenken ſang ſie das finniſche Volksliedchen. Nur
Ehrmann ſelbſt wußte welche Erinnerungen aus der Kinderzeit darin lagen; wir wiſſen bloß daß er,


