Amme, die bei dem Gedanken erſchrack daß ihr klei⸗ ner Liebling den Herrn reizen könnte; aber zu ihrer großen Verwunberung ging Ehrmann auf Edith zu und ſagte mi ungewöhnlicher Milde: „Ich befreie Dich von der Strafe die Deine Mutter Dir auferlegt hat. Komm jezt.“ Er faßte ſie am Arm. Edith erhob ſich, ſah verwundert ihrem Vater ins Geſicht und folgte ihm. Wäre Frau Roſa Zeugin eines Erdbebens gewe⸗ ſen, ſo hätte es keinen ſchrecklicheren Eindruck der Beſtürzung machen können, als der Anblick Ediths an des Vaters Hand, und als ſie ihn zur Magd ſagen hörte: Warum iſt für Edith nicht gedeckt? da war ſie nahe daran rücklings zu Boden zu ſinken, hielt es aber doch für gerathener eilig ihren Plaz am Tiſch einzunehmen, um allem derartigen Unglück zuvorzukommen. Es war in der alten guten Zeit wo man ſich zu ſeinem Abendbrod an den Tiſch ſezte, ſtatt daß wir jezt ſtehenden Fußes ſoupiren. Roſa war ſo aufgeregt, daß ſie die Milch auf das Tiſchtuch verſchüttete, und ſie beging ſo viele Mißgriffe daß ihr Mann zulezt ganz ungeduldig Lief „Wo haſt Du denn Deinen Kopf, liebe uni. Du gibſt mir ja Pfeffer zur Grüze.“ Endlich trennte man ſich. Aberneys gingen nach Hauſe. Harm trat zu dem Vater, küßte ihm die Hand und ſagte:„Gute Nacht, lieber Papa!“ Gute Nacht!“ antwortete Ehrmann herb. Edith ſchwieg wie gewöhnlich und ſagte Nich „Willſt Du Beinem Vater nicht die Hand küſſen
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