Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 3. Band (1864)
Entstehung
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Staube, und ſein Name wurde ſpäter von Anna und ihrer Mutter nie mehr erwähnt.

Hm, hm, das muß ich ſagen, das muß ich ſagen, es wundert mich, daß Du von der Geſchichte Nichts weißt. Alſo iſt dir auch nicht bekannt, was Anna vermochte, Falkenſtern ihre Hand zu reichen?

Natürlich die Liebe.

Nicht ſo ganz. Wenn ſich ſolche bei ihr vorfand, ſo muß ſie erſt nach der Verlobung gekommen ſeyn. Siehſt Du, liebes Kind, die Sache hängt ſo zuſam⸗ men. Kurz vor ſeiner Reiſe in die Hauptſtadt, wo er nach euch umſchaute, erhielt er Beſuch von einem in Lumpen gehüllten Seemann. Er ſprach lang unter vier Augen mit ihm und ſchaffte ihn bann nach Gothen⸗ burg. Einige Tage hernach reiste Falkenſtern ab und kam erſt mit euch hieher zurück. Er verliebte ſich in Anna und freite um ſie; aber da ſie nichts davon hören wollte, gab er ihr einen Brief und bat ſie, den⸗ ſelben leſen zu wollen, ehe ſie eine Antwort gäbe. Der Brief war von ihrem Bruder, welcher ihr darin erzählte, er ſey als Ausreißer von dem Schiff, mit welchem er nach Norwegen geſegelt, in Gothenburg angekommen und habe dort einen alten Bekannten aufgeſucht, um mit deſſen Unterſtützung nach Stock⸗ holm gelangen zu können. Der ehemalige Freund hatte j doch keine Luſt, ihm zu helfen, ſondern ertheilte ihm den Rath, ſich an Bengt Falkenſtern zu Birgers⸗ borg, mit welchem er verwandt wäre, zu wenden. Anna's Bruder begab ſich hieher und erzählte Falken⸗ ſtern ſeine Schickſale. Falkenſtern, welcher alles Aer⸗ gerniß und Aufſehen verabſcheute, verſprach ihm zu helfen, unter der Bedingung, daß er von ſeiner Ver⸗ wandtſchaft mit Anna Falkenſtern nichts merken laſſe, und ſchickte ihn dann zurück nach Gothenburg, wohin Schwartz, Der Rechte. III. 22