Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 3. Band (1864)
Entstehung
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daß ſie ihn niemals auf dieſelbe Weiſe, wie er ſie, geliebt hatte.

Am Kirchhof angelangt, blieb ſie einen Augen⸗ blick ſtehen und lehnte ſich an das Gitterthor.

Es kam ihr vor, als ob Allon vor ihr ſtände, mit bleichem und zerſtörtem Ausſehen, fragend, was ſie mit ſeiner Liebe, ſeinem Glück und Seelenfrieden gethan habe.

Gurli war es jetzt, als wünſchte ſie ihr Leben wieder von vorn zu beginnen, um das ſchwere Pro⸗ blem, welches in den Pflichten einer Gattin enthalten iſt, auf eine beſſere und edlere Weiſe zu löſen.

Nach Verfluß von ein paar Minuten erhob ſie das geſenkte Haupt und flüſterte bei ſich ſelbſt:

Es iſt wahr, ich habe gefehlt, ich habe meinen Beruf verkannt; aber wenn ich auch Ströme von Thränen vergöße, ſie wären doch nicht im Stande, das was geſchehen iſt, zu verwiſchen; darum fort mit allen weichlichen Klagen; ich muß ein beſſeres Mittel finden, um wieder gut zu machen, was verbrochen wurde. Auf meiner Mutter Grab will ich beten, und wenn ich dort Troſt und Stärke gefunden, wird der Höchſte mich erleuchten, um ſühnen zu können, was ich gefehlt habe.

Sie trat auf den Kirchhof und näherte ſich dem Grabe. Als ſie Halt machte, erhob ſich ſchnell Je⸗ mand, der auf dem Grabhügel geſeſſen.

Es war ein Mann. Er ſtand jetzt Gurli gerade gegenüber, den Hut über die Stirne gedrückt, ſo daß es in dieſem Dunkel unmöglich war, die Züge zu unterſcheiden.

Gurli war bei ſeinem Anblick ein paar Schritte