Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 3. Band (1864)
Entstehung
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Frau eine kecke Abenteurerin war, und ich beſchloß deßhalb, ſie im Auge zu behalten.

Mein Argwohn verſtärkte ſich, als ich entdeckte, daß ſie zur Nachtzeit herumſchlich, als ob ſie nach irgend Etwas ſuchte.

Es geſchah in Folge meiner Waochſamkeit, daß ich Gelegenheit bekam, mich des Etui's mit Briefen zu bemächtigen, welches unter dem Famin einge⸗ mauert war.

Durch dieſe Briefe, welche zur Vervollſtändigung derer, die ſie Eſther geſtohlen hatte, dienten, wäre es ihr gelungen, ihren Betrug auch ohne Trau⸗ und Taufſchein auszuführen, weil neben den Briefen ſich ein Schreiben darin befand, welches von Bengt's Hei⸗ rath mit Eſther handelte und einen vollſtändigen Be⸗ richt von allen mit der Trauung zuſammenhängenden Einzelheiten, ſowie den Namen und die Adreſſe des Pfarrers, der ſie kopulirt hatte, enthielt.

Ich entriß ihr dieſen koſtbaren Fund, aber es war Gurli vorbehalten, des Medaillons ſich zu ver⸗ ſichern, welches Bengt bei ſeiner Heimkehr Eſther als Geſchenk überreichen wollte, und in welches er jenes wichtige Geheimniß eingeſchloſſen hatte.

Vielleicht hätte Gurli gegenüber von Madame

everino verſchiedene Unvorſichtigkeiten begangen und dem Intereſſe der Intrigunntin in die Hände gear⸗ beitet, wenn ich nicht ſo beſtimmt mit der Behauptung aufgetreten wäre, daß ſie nicht die Perſon ſei, für welche ſie ſich ausgab.

Die Reiſe, welche ich ſpäter nach Amerika machte, war nur dazu geeignet, mich in meinen Zweifeln zu beſtärken, und ich konnte aus dem Inhalt der von mir gefundenen Briefe leicht den Schluß ziehen, daß ie Frau, welche wir ſuchten, keine andere als meine