312
fand denſelben in einem höchſt betrübten Zuſtande. Er war nicht mehr recht bei ſich und redete unzuſam⸗ menhängendes Zeug. Der Arzt erklärte, er habe einen Anfall von Säuferwahnſinn.
„Es blieb ſomit nichts übrig, als denſelben in ein Hoſpital ſchaffen zu laſſen; was Gurli ſofort auch anordnete.
„Sie verweilte auch noch ein paar Wochen länger, als ihre Abſicht geweſen war, in Paris, um zu erfah⸗ ren, ob er wieder hergeſtellt werden könnte.
„Einen Monat nach ſeiner Ankunft in Frank⸗ reichs Hauptſtadt wurde er begraben und Amy war ſomit auf immer von dem böſen Genius ihres Lebens befreit.
„Gurli hatte ihr ſogleich bei ſeinem Erkranken Nachricht gegeben, und auch über deſſen Tod und Be⸗ gräbniß machte ſie ihr nähere Mittheilung.
„Kurz darauf verließ Gurli Frankreich.
„Als ich,“ fuhr Walter nach einer augenblicklichen Pauſe fort,„Madame Teverino zu Birgersborg ſah, ſtieg bei deren Anblick die Erinnerung an eine junge Sclavin Namens Nanny, mit der ich aufgewachſen und die nur ein paar Jahre älter als Eſther war, vor meiner Seele auf.
„Sobald ich ſie nur anſichtig wurde, konnte ich nicht mehr daran zweifeln, daß ſie Nanny's Tochter wäre, und ich entſann mich auch ganz wohl, daß Nanny mit einem Bengt zugehörigen Mulatten, welcher ſich durch ungewöhnliche muſikaliſche Talente anszeichnete, verheirathet war.
„Ich theilte darum Gurli's Anſicht in Bezug auf Madame Teverino nicht. „Es wurde mir jedoch bald deutlich, daß dieſe


