Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 3. Band (1864)
Entstehung
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richtigern Auffaſſung ihrer Pflichten gelangt wäre. Unaufhörlich tönten die Worte in ihren Ohren:

„Fliehe zu Gott!“

&s war als ob dieſe Worte ein Echo in ihrer Seele fänden, welches niemals verhallen ſollte.

Gurli war indeſſen noch ſehr unerfahren im Leben und erkannte deſſen ganze Bedeutung nicht. Sie dieſelbe wohl, hatte aber noch keine Einſicht avon. Während ſie den Rath, welchen ſie am. Grabe empfangen, ſich in's Gedächtniß zurückrief, verſchwand die Erbitterung, die ſich beim Anblick von Madame Teverino ihrer bemächtigt hatte. Dagegen ſtellte ſich bei ihr eine gründliche Unzufriedenheit mit ſich ſelbſt ein.

Wenn ſie an Fiſcher⸗Matthes dachte, klagte ſie ſich an, daß ſie den von den Bauern und dem In⸗ ſpektor Verfolgten ſo lang vergeſſen und nicht ſchon viel früher ſolche Vorkehrungen getroffen hatte, um ihn außer dem Bereich ihrer Bosheit zu bringen.

Daß Liſa's Erzählung auf nichts Andétes als eine neue Tücke von dem Inſpektor hindeutete, davon war Gurli vollkommen überzeugt, denn unmöglich durfte derſelbe es wagen, Matthes fortzuweiſen, ohne daß er hiezu Gurli's Erlaubniß hatte. Matthes war ja ihr Schützling.

Gurli's Unzufriedenheit mit ihrem eigenen Thun und Laſſen wurde um ſo größer, als ſie bei einem Rückblick auf die verfloſſene Zeit ſich ſagen mußte, ſie ſei mit ihrer eigenen Perſon ſo ſehr beſchäftigt ge⸗ weſen, daß ihr alles Andere, worauf ſie ihr Augen⸗ merk hätte richten ſollen, gleichgiltig blieb.

Als ſie nach Birgersborg kam, hatte ſie den Ent⸗ ſchluß gefaßt, Grünlunds Einfluß mit allem Ernſt entgegenzuarbeiten. Sie hatte die Abſicht gehabt, ſich