Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 3. Band (1864)
Entstehung
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undurchdringlichen Bäume, welche dieſe blumenge⸗ ſchmückte Terraſſe in ein düſteres Laubgewölbe ver⸗ wandeln, niederhauen. Ich ließe blos die beiden an der Treppe ſtehenden Linden ſtehen; alle andern müß⸗ ten fort. Dann könnten Sonne und Licht auf dieſen Platz herniederſtrömen; und auch in die dunkeln Ge⸗ mächer eindringen.

Es iſt ein Glück für meine alten lieben Bäume, Signora, daß Sie nicht Eigenthümerin von Birgers⸗ borg ſind, fiel Gurli lachend ein;denn Sie wür⸗ den dieſelben ſogleich zum Tode verurtheilen.

Ja, ohne alle Schonung. Der Schatten, welcher dieſen Ort umgibt, quält mich. Es wird mir übel zu Muth und ich fühle mich beklemmt. So auch mit dem Park; man kann in demſelben keinen Spazier⸗ gang machen, ohne in üble Laune zu gerathen.

Da hört man, daß Sie ſich auf unſere nordi⸗ ſchen Schönheiten nicht verſtehen, fiel Stephan ein und brachte das Geſpräch auf Italien, wo lauter lachende Gemälde dem Auge ſchmeicheln.

Stephan verſtand der Converſation eine ſolche Richtung zu geben, daß Amy trotz wiederholter Ver⸗ ſuche dieſelbe nicht mehr auf den Gegenſtand, von welchem ſie ausgegangen war, zurückzuführen ver⸗ mochte.

Eine Weile hernach kamen die übrigen Gäſte gleichfalls auf die Terraſſe.

Die Herren nahmen in Gurli's Nähe Platz. Es wurden lebhafte, mehr oder minder wichtige Scherz⸗ reden gewechſelt, deren Seele Gurli war, und an welchen Stephan mit ſcheinbarem Vergnügen ſich be⸗ theiligte.

Amy's Augen waren an den letztern gefeſſelt, welcher neben ſeiner Couſine ſich niedergelaſſen hatte.