Lieutenant D. und ſeiner Schweſter, eines Tags auf der Terraſſe ſaß.
Stephan war gegen ſeine Gewohnheit heute nicht beſtändig dazwiſchen getreten, wenn Allon ſich Amy näherte, ſondern hatte ſich öſter und länger mit Gurli unterhalten.
Er ſprach jetzt über die Lage von Birgersborg, deſſen Alter u. a. m., und Gurli behauptete, der Platz, wo ſie eben jetzt ſich befänden, beſchattet von den hohen hundertjährigen Linden, ſey der ſchönſte auf dem ganzen Beſitzthum.
„Als ich Birgersborg erbte,“ ſagte ſie,„hat man mich zu überreden geſucht, je den dritten Baum in der Umgebung des Wohnhauſes fällen zu laſſen; aber mir dünkt, die Schönheit des Orts würde verſchwinden, wenn man dieſer alten Steinmaſſe die dunkle und myſtiſche Beleuchtung entzöge, welche gebrochen von dem dichten Laubwerk auf dieſelbe fällt. Die ganze Terraſſe würde die Kühle und den Schatten verlieren, welche ſie jetzt von den verwachſenen Laubkronen erhält. Die Durchhaue, welche nöthig waren, um eine freiere Ausſicht zu ſchaffen, ließ ſchon mein Stiefvater vor⸗ nehmen, und jetzt würde es mir wirklich ſehr leid thun, wenn eine der Linden abſtürbe oder von ihrem Platz entfernt würde.“
Lieutenant D. und ſeine Schweſter theilten Gurli's Anſicht.
Amy, welche Stephan, während er mit Gurli ſich unterhielt, finſtern Blicks gefolgt war, ſchwieg eine Weile; nachdem jedoch alle Anweſenden ihre Meinung über die Bäume geäußert hatten, bemerkte ſie:
„Ich kann, gnädige Frau, mit Ihnen nicht ganz übereinſtimmen. Wäre Birgersborg mein, ſo ließe ich alle dieſe alten, für die Strahlen der Sonne


