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der Hoffnung, irgend Etwas zu entdecken, das zu einer Scene führen könnte, wobei er eine erwünſchte Gele⸗ genheit fände, all der Unzufriedenheit, welche ſchon längere Zeit in ihm ſich angeſammelt hatte, Luft zu machen.
Zwei ganze Tage folgte er Gurli mit ſeinen Blicken, während er nichtsdeſtoweniger fortfuhr, mit Stephan um das mindeſte Lächeln von Amy zu buhlen.
Er gewahrte aber nicht das geringſte Zeichen, was auf ein geheimes Einverſtändniß zwiſchen Gurli und Stephan hätte ſchließen laſſen, oder den von ſeiner Mutter oder Grünlund erweckten Argwohn zu beſtärken vermochte.
Gurli war, wenn ſie ſich unter ihren Gäſten be⸗ fand, ſo heiter und unbekümmert, daß es Allon ordent⸗ lich erbitterte. Sie hätte ſich über die Artigkeit, welche er Amy erwies, zum Mindeſten beunruhigen ſollen; aber nein, ſie ſchien gar nicht darauf zu achten. Daß ſie dieß gleichwohl that, zeigte ſich, wenn ſie allein waren; denn da lag ſo viel Zurückhaltung in Gurli's Worten, Mienen und ihrem ganzen Benehmen,
daß Allon dadurch geärgert wurde. Er wünſchte ſogar, daß ſie irgend ein Intereſſe an Stephan ver⸗ rathen möchte, nur um eine Urſache zu finden, einen Eheſtandszank herbeizuführen.
Allon erkannte bei ſich ſelbſt, daß er einen un⸗ rechten Weg betreten, daß er ſich vieler ſchwerer Miſſe⸗ thaten gegen ſeine Frau ſchuldig gemacht hatte, und darum wollte er bei ihr ſolche Fehler finden, welche ihm zur Entſchuldigung dienen oder wenigſtens ein ſcheinbares Recht, über dieſes oder jenes Klage zu führen, an die Hand geben konnten.
So ſtanden die Dinge, als ein Theil der Geſell⸗ ſchaft, beſtehend aus Amy, Gurli, Stephan, Allön,


