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hinab. Ihr Angeſicht war bekümmert. Sie ſetzte ſich eine Weile auf die Brücke am See und ſprach, den Kopf auf die Hand ſtützend, bei ſich:
„Man behauptet, der Reichthum ſei ein Glück— ach ja; aber zuweilen iſt er auch ein Unglück, denn in ſeinem Gefolge ſtellen ſich Mißtrauen und Zweifel ein. O, daß dieſes Erbe mir niemals zugefallen wäre!“
VI.
Der Wind lag noch träumend im Schooße der Blumenkelche, als am nächſten Morgen die Sonne ihre goldene Scheibe über den Horizont erhob.
Ihre erſten lächelnden Strahlen fielen auf Gurli's Lockenkopf, als ſie zu der kleinen Fiſcherhütte hinab⸗ ſtieg und in das Boothaus ging. Sie war ganz allein. Nach einigen Minuten hatte ſie das Fahr⸗ zeug losgemacht und ruderte in den See hinaus.
In demſelben Augenblick, da das Boot von der Landſpitze abſtieß, erſchien Stephan am Strande. Er murmelte, ihr nachblickend:
„Schon draußen auf dem See! Ich hatte gehofft, ſie noch zuvor hier einzuholen.“
Er trat in die Fiſcherhütte und ſetzte ſich an das Fenſter, in der Abſicht, Gurli's Rückkehr zu erwarten.
Als die Frühſtücksglocke für die Arbeiter läutete, glitt das Boot wieder um die Landſpitze herum. Gurli fuhr langſam dem Lande zu und ſtützte ſich zuweilen ganz unthätig auf das Ruder.
Endlich legte ſie bei der Brücke an dem Boot⸗ hauſe an. Als ſie das Fahrzeug gerade befeſtigen wollte, griff Jemand in die Kette, und eine klang⸗ volle Stimme äußerte:
„Erlaube, daß ich dir helfe.“


