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im Fall er ohne Liebe und aus niedrigem Eigennutz ſie zur Frau nähme.“ Stephan erhob ſich, ſchlang die Arme um die Mutter und ſagte in leichtfertig ſcherzendem Tone: Vheirathe ich mich, ſo geſchieht es blos mit
ihrem Geld, und nicht mit ihr.“
„Stephan, Stephan!“ rief Mathilde.
„Nun, nun, Mütterchen, falle mir nicht in Ohn⸗ macht, ſondern achte auf ein kluges Wort deines Sohnes. Gurli hat ebenſo viele Millionen Reichs⸗ thaler als mein Vater deren Tauſende mit Mühe zu⸗ ſammengeſcharrt.— Ich bin ein junger, geiſtvoller Mann, mit einem ſchönen Aeußern, ungewöhnlichen Kenntniſſen, liebenswürdigen Geſellſchaftstalentenu. ſ. w. Zu dieſen meinen glänzenden Eigenſchaften iſt blos noch Reichthum erforderlich, um die Welt zu blenden. Welche Zukunft von Ehre und Genuß, wenn ich Herr des Falkenſtern'ſchen Vermögens würde, und Du, Mama, wie angenehm ſollteſt Du es haben!“
„Nein, ich danke, Stephan, von dieſem Reich⸗ thum will ich nichts,“ fiel Mathilde ein.
„Du mußt mit mir theilen, und nun gute Nacht! die Sache iſt abgethan— ich heirathe Gurli um des Goldes willen.“
Er küßte die Mutter und begab ſich in ſein Zimmer.
„Ah ſo, er iſt ſo gut und heirathet mich um des Goldes willen,“ dachte Gurli, welche auf einer Bank unter den Fenſtern dieſes Flügels ſaß und von der hohen Fliederhecke ganz verborgen wurde.—„Es war doch eine gute Idee von mir, über das, was die Herren ſo im Vertrauen mit ihren Müttern ſprachen, mich einigermaßen zu unterrichten.“
Gurli erhob ſich und ging nach dem Pavillon


