Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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faßte ihre Hand;haben meine Worte dich verwun⸗ det, ſo verzeihe mir. Meine Abſicht war keine An⸗ klage gegen dich, Du Gute, ſondern eine Reflexion über den Todten.

Er ſchloß Mathilde's Hand in die ſeinige und ſetzte mit Wärme hinzu:

Laß dieſe Thränen verſchwinden und vergieße ſie nicht über das, was ich ſagte. Es iſt mir ſehr wohl bekannt, daß weder dir noch dem Voter irgend eine Schuld an den Mißgriffen, die gegen mich begangen wurden, beizumeſſen iſt.

Möglich, Stephan, daß Du es weißt; aber Du haſt dir oft Worte entfallen laſſen, welche einem Tadel darüber glichen, daß wir dich Falkenſterns Händen anvertraut haben.

Als Knabe, als Jüngling habe ich es vielleicht mißbilligt. Jetzt nicht..

Ich wage nicht dir zu glauben. Du ſiehſt, daß ich jetzt betrübt bin, und willſt mir keinen Kummer machen; darum ſagſt Du ſo.

Mama, ich verſichere dich, daß ich dein Betra⸗ gen von dem Augenblicke an, wo das Unglück den Vater traf, verehre. Das Einzige, was noch rein und unverdorben in meinem Innern lebt, iſt die Achtung und Liebe gegen meine Eltern. Du bewieſeſt im Un⸗ glück einen Muth und eine Stärke des Gemüths, wovon Du in den Tagen des Glückes nichts zu er⸗ kennen gabeſt, und ich werde deſſen ewig gedenken. Jetzt wollen wir dieſen Gegenſtand ruhen laſſen. Was ſagſt Du davon, wenn Gurli deine Schwieger⸗ tochter würde?

NRichts. Die Sache geht dich an, Stephan, nicht mich; aber ich würde ſchlecht von meinem Sohn denken,