Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

gleichen, wenn wir allein ſind! Was iſt eigentlich Mama's Anliegen?

Beate biß ſich auf die Lippen. Nach kurzem Stillſchweigen nahm ſie indeſſen in vollkommen ru⸗ higem Tone das Wort:

Wie gefällt dir Gurli?

Ganz ſo wie voriges Jahr.

In dieſem Fall, mein lieber Allon, ſei auf deiner Hut; ich fürchte, Du haſt einen ſehr gefährlichen Nebenbuhler.

An wem? fragte der junge Mann mit einem gewiſſen Uebermuth.

Ich hatte Unrecht Einen zu ſagen; Du haſt deren zwei.

Warum nicht lieber ein Dutzend? Gurli iſt reich, ſchön und originell. Kein Wunder, wenn es viele gibt, welche derſelben ihre Huldigung zu Füßen zu legen wünſchen.

Beſonders verdient ſie wegen ihres Hochmuths Bewunderung, fiel Beate ſcharf ein, fügte aber, als Allon die Stirne runzelte, ſchnell hinzu:Doch nicht davon wollte ich reden, ſondern von denen, welche für den Augenblick nach ihrem Golde angeln.

Und wer ſind dieſe?

Blom und Stephan.

Allon brach in ein lautes Gelächter aus, ſprach Etwas von Geſpenſterſehen bei hellem Tage und bat die liebe Mama, ſich deßhalb nicht zu beunruhigen, ſondern zu Bette zu gehen.

Beate nahm, wie es oft geſchah, an ihres Sohnes Betragen Anſtoß und wollte ihn verlaſſen; er aber hielt ſie auf und ſagte:

Wünſcht Mama wirklich eine Verbindung zwi⸗ ſchen mir und Gurli?

Schwartz, Der Rechte. II. 3