Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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Wie, mein Couſin, rief Gurli, ihn anſehend, willſt Du mit mir nicht dieſes Gemälde bewundern, woran Du dich vorigen Sommer deiner Behauptung zufolge gar nicht ſattſehen konnteſt? Hat ſich dein Geſchmack ſeitdem verändert? 3

Nein, ich gehöre nicht zu denen, welche ſich ver⸗ ändern, aber ich betrachtete damals dieſe Ausſicht mit andern Augen als jetzt, entgegnete Allon.

Nun, ſo verſuche ſie jetzt ebenſo zu betrachten wie damals, fiel Gurli lächelnd ein und reichte ihm die Hand; oder ſollte dieſelbe darum minder ſchön ſeyn, weil Du ſie dir von meiner Terraſſe aus an⸗ ſchauſt?

Ich glaube es beinahe, ſagte Allon und ſchloß die dargebotene Hand in die ſeinige.Die Perſon, Gurli, an deren Seite es mir ein Genuß war, das Schöne zu bewundern, iſt nicht mehr vorhanden, ſon⸗ dern ich habe jetzt das reiche Fräulein Falkenſtern vor mir. Und ſie, ſie hatte nicht einmal einen Will⸗ kommsgruß mir zu ſchenken.

Das war ſchlecht von ihr, entgegnete Gurli lachend.Ich kann dir inzwiſchen Eins ſagen, näm⸗ lich, daß ich nicht glaubte, Du wäreſt im Stanbe, um deſſenwillen, was ich jetzt mein Eigenthum nenne, einen Groll gegen mich zu hegen.

Gurli ſtieg die Terraſſentreppe hinunter.

Groll! wiederholte Allon und folgte ihr. Glaubſt Du, Gurli, daß ich in meinem Herzen der⸗ gleichen für dich empfinden kann?

Was weiß ich?

Du weißt, daß dem nicht ſo iſt. Dein eigenes Gefühl, Gurli, muß dir ſagen, wie ich, der arme Allon, nicht ohne Schmerz daran denken kann, daß...

Ich bitte dich, halt ein und ſprich das dumme