18 Geſundheit iſt in der letzten Zeit ſehr wankend ge⸗
„Wahrſcheinlich eine Folge des Kummers über meinen Stiefpater,“ fiel Gurli ein.„Wir dürfen jedoch hoffen, daß der Aufenthalt in Birgersborg der Tante wohl bekommen wird.“
Gurli wandte ſich nun zu dem Bezirksrichter O. und zu zwei jungen Männern, welche mit demſelben verwandt waren und ihn hieher begleitet hatten.
Während der Mahlzeit ſprach Gurli mit Jeder⸗ mann, außer Allon und Stephan. Sie verſtand es, der Konverſation Leben einzuflößen. Die beiden Couſins nahmen an derſelben natürlich Theil, aber nicht ein einziges Mal richtete ſie an dieſelben das Wort.
Man ſtand vom Tiſche auf und begab ſich auf die Terraſſe.
Jetzt trat Gurli auf Stephan zu, reichte ihm die Hand und bemerkte ſcherzend:
„Ich hoffe, beſter Stephan, daß wir in den drei Monaten, welche Du hier zu weilen verurtheilt biſt, Gelegenheit bekommen werden, die alten Feindſelig⸗ keiten wieder zu eröffnen.“
Stephan berührte flüchtig ihre Hand und ant⸗ wortete mit einer leichten Verbeugung:
„Dieſe Hoffnung allein hat mich hieher geführt. Würde ich die entgegengeſetzte Ueberzeugung gehabt haben, ſo wäre zu befürchten geſtanden, daß ich auf den ausgeſprochenen Wunſch keine Rückſicht genommen Als Feind iſt es mir eine Freude dein Gaſt zu ſeyn.
„Was für eine herrliche Ausſicht, Allon!“ fuhr Gurli fort, als hätte ſie gar nicht gehört, was Ste⸗ phan ſagte.
Allon näherte ſich ihr, aber mit zögerndem Schritt.


