Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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chen Seelenangſt, obwohl der Ton von Ueberlegenheit und Gönnerſchaft, welchen ſie gegen Jedermann an⸗ nahm, den Beweis lieferte, daß bei ihr gar kein Zwei⸗ fel obwaltete, Allon werde der Erbe ſeyn; und dieß war auch die Ueberzeugung von den Andern, ſeitdem Falkenſtern's Diener das Concept zu dem Teſtament geſehen hatte. Endlich brach der wichtige Tag an.

Nach dem Willen des Teſtators ſollte ſämmtliche

Einwohnerſchaft von Birgersborg ſammt Dienſtboten und Untergebenen bei Eröffnung und Verleſung des Teſtaments zugegen ſeyn.

Der Räumlichkeit wegen mußte dieß alſo im Saale geſchehen.

Frau v. Stral ſaß auf einem der Sopha's und hatte ihre Schweſter zur Linken und Tante Katharina zur Rechten neben ſich. Allon, Stephan, Blom und Eliſabeth nahmen den andern Eckſopha ein.

S Am Fenſter gegenüber von den beiden Sopha's ſaß Gurli in tiefer Trauerkleidung und ſchaute mit zerſtreuter Miene hinaus in den leeren Raum.

Die Scene, welche hier aufgeführt werden ſollte, ſchien ihr Intereſſe ſehr wenig zu feſſeln.

An den Kamin gelehnt ſtand Walter und heftete ſeine Augen feſt auf Beate.

Jetzt wurde das Siegel erbrochen⸗ Beate wagte kaum zu athmen.

Der Diſtriktsrichter begann mit lauter und deut⸗ licher Stimme das Teſtament zu verleſen, worin Bengt Falkenſtern zum Univerſalerben ſeines ganzen Beſißz⸗ thums, mit Ausnahme' von Birgersborg, welches von ihm verkauft worden war, einſeßte hier hielt der Bezirksrichter an und ließ einen Blick auf der Ver⸗