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N merkte Gurli, daß er oft und viel nur mit Beſchwerde
Athem holte.
Kaum hatte Gurli dieſe Wahrnehmungen ge⸗ macht, ſo ſetzte ſie dem fröhlichen Leben, das ſie in den letzten Wochen geführt hatte, ein Ziel und brachte ganze Tage bei ihrem Stiefvater zu.
Sie ließ dem Doctor ſagen, ſie fürchte der Stiefvater ſey krank; und ungeachtet Falkenſtern den Arzt bei ſeinem erſten und zweiten Beſuch kurz ab⸗ fertigte, ſo kam er dennoch wieder und drängte, ſo zu ſagen, ſeinen Rath und ſeine Verordnungen dem Kranken mit Gewalt auf.
Endlich begann man allgemein zu argwöhnen, daß Falkenſtern unpäßlich ſey, weil Gurli jetzt beſtän⸗ dig bei ihm war. Der Arzt antwortete ausweichend auf alle Fragen, welche man an ihn ſtellte. Falkenſtern hatte ſich nämlich nur unter der Be⸗ dingung, daß von einem Unwohlſeyn nicht geſprochen würde, der Behandlung deſſelben unterworfen. So ging es ein paar Wochen; aber jetzt verſchlimmerte Zuſtand dermaßen, daß er das Bett hüten mußte.
Die Krankheit ließ ſich jetzt nicht mehr verbergen, und bald wußten Beate und die Andern, daß Falken⸗ ſtern an einem chroniſchen Bruſtleiden darniederlag.
Gurli, Walter und Tante Katharingewaren die einzigen Perſonen, welche bisher Zutrizu ſeinem Zimmer hatten; aber als die Krankheithſche ort⸗ ſchritte machte und es mit Falkenſtern immer ſchlim⸗ mer und ſchlimmer wurde, da geſtattete er, daß auch Stephan und Allon jene beim Wachen unterſtützten.
Man ſtand jetzt am Schluſſe des Septembers.
Gurli hatte den ganzen Tag an der Seite des Kranken zugebracht. Die Dämmerung war eingebro⸗
Schwartz, Der Rechte. I. 17


