Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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langt wäre, daß meine Kenntniſſe mich über deine Angriffe auf meine Perſon erhoben. Ich verſchwen⸗ dete die Zeit nicht damit, daß ich reiten, fechten und dgl. lernte, ehe es mir möglich gemacht wurde, dieſe unbedeutenden Dinge dem beizufügen, was von höhe⸗ rem Werthe war. Zu derſelben Zeit, da ich mir völlig bewußt wurde, was ich bin, prägte ſich mir auch unvertilgbar die Erinnerung daran ein, wie ich behandelt wurde. Ueber mein Gedächtniß, Gurli, kann niemals der Schnee der Vergeſſenheit fallen.

Und warum ſollte er dieß auch? fiel Gurli lächelnd ein.All dieſer Spott von meiner Seite hat ja die Folge gehabt, daß Du ein vollkommener Gentleman in Weſen und Manieren, mit andern Worten, ein angenehmer Geſellſchaftsmenſch geworden biſt. Alles recht betrachtet, haſt Du meinen boshaf⸗ ten Ausfällen gegen dich Solches zu danken. Du biſt ſomit mein Schuldner.

Dein Schuldner, Gurli, bin ich wirklich; denn durch dich habe ich frühzeitig gelernt, mich in Bezug auf dein Geſchlecht den mindeſt möglichen Illu⸗ ſionen hinzugeben. Als ich vor zwei Jahren hier verweilte und von Dir lächerlich gemacht wurde, war mein Herz noch gut und unverdorben. Ich lebte für meine Studien, opferte ihnen Alles; aber ich war noch zu jung, um der Wirkung der Nadelſtiche zu widerſtehen, welche Du mir gabeſt. Du hatteſt damit mein Gemüth verbittert. Während meines Aufent⸗ halts im Auslande war deine Perſon allerdings für mich wie Nichts; aber dein Hohn blieb und machte mich zu dem, was ich war, einem eleganten jungen Mann, welcher ſeine Vorzüge, ſeine Ueberlegenheit und ſeine äußere Erſcheinung benützt, um ſo viele Erfolge und fo viele Zerſtreuungen als möglich ein⸗