236
ſie bis in den Tod liebte, und welchen ſie mir gleich⸗ falls lieb zu haben gebot; aber mein ſtolzes Herz konnte Papa nicht entgegenkommen, nicht den erſten Schritt thun— ich war hiefür zu arm, Papa zu reich. Ich verabſcheute dieſen Reichthum, elher wie mir ſchien, uns für immer trennte. Ich wurde hals⸗ ſtarrig und undankbar, um meiner ganzen Umgebung beweiſen zu können, wie wenig ich darnach fragte, bei meinem reichen Stiefvater in Gunſt zu ſtehen, gerade darum, weil ich aus Klugheit anders hätte handeln ſollen.“
„Und deßhalb Du mein Gebot und gingſt zur Brücke hinab?
„Nein, deßhalb nicht“, entgegnete Gurli, während ihr die Thränen über die Wangen floßen.„Ich wünſchte dadurch Papa zu beſtimmen, daß er herauskäme, mich anredete, mir mir. Etwas ſagte, wodurch es zu einer Erklärung gelommen, wäre, die mich mei⸗ nem Vater näher gebracht hätte.“
Gurli drückte ihre Stirne auf Falkenſterns Hand.
Es entſtand eine lange
„Gut, ich habe Dich verſtanden,“ ſagte er.„Stehe auf und laß uns weitergehen.“
Gurli ſah haſtig in Falkenſterns Geſicht empor. Die Thränen verſchwanden und ſie drückte heftig ſeine Hand an ihr Herz.
Sie ſetzten ihre Wanderung nach Birgersborg fort.
„Da wir einmal von Geſchäften reden,“ begann Falkenſtern wieder,„ſo will ich Dir ſagen, daß dein väterliches Erbe, welches bei meiner erheirething mit deiner Mutter achttauſend Reichsthaler betrug, in dieſen dreizehn Jahren, da es vortheilhaft angelegt war, ſich ſo rentirt hat, daß Du bei meinem Tode durc dieſes Kapital volikommen gegen jede lnn⸗


