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Falkenſtern nahm ſeinen Strohhut ab und ſetzte ſich auf einen Stein am Wege.
„Hätteſt Du bei meiner Heimkehr vor zwei Jah⸗ ren es über dich vermocht, dich mir zu nähern und mir den Beweis zu geben, daß Du die Eiferſucht, welche zwiſchen uns ſtattfand, vergeſſen haſt, ſo wäre Anna's Tochter mir vielleicht theuer geworden, hätte meine Trauer mildern und mich mit meinem Schmerz verſöhnen können; aber Du haſt Nichts gethan, um mich zu überzeugen, daß deiner Mutter Gatte für dich etwas Anderes war, als eine Perſon, deren Anblick Du zu entfliehen ſucheſt. Jetzt wie vor deiner Mutter Tod, bergen ſomit unſere Herzen nur Bitterkeit gegen einander. Das deinige, obwohl noch jung, iſt in die⸗ ſem Fall gleich hart, wie das meinige.“
Gurli ſchien bewegt. Falkenſtern ſah ſie feſt an und fuhr fort:
„Wie hart, wie gefühllos, eigennützig und egoi⸗ ſtiſch wir Menſchen auch ſind, hat die Natur doch den Inſtinkt in uns gelegt, daß wir irgend ein Weſen haben wollen, das wir im Leben hier lieben können. Du haſt den da lieb“— er deutete mit dem Stock auf Felir—„ich mein Reitpferd.“.
Ein bitteres höhniſches Lächeln kräuſelte ſeine Lippen. „Der Tod hat mich meiner Kinder und meiner Gattin betaubt, und als ich einſam und müde des Umherſchweifens in der Welt, verzehrt von Kummer heimkehrte und in die Kirche trat, wo Du zum erſten⸗ mal an Gottes Altar knieteſt, da wünſchte ich, daß Du meine Tochter wäreſt, daß Du mich wie deinen Vater lieben könnteſt. Die verfloſſenen zwei Jahre haben mir die Unmöglichkeit davon bewieſen. Du haſt Nichts gethan, um das Alter deines Stiefvaters


