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auch jetzt, da ihr Auge ſich auf das gelbbleiche An⸗ tlit heftete, ſchien es ihr nicht denkbar, daß dieſe ſchar⸗ ſen und glänzenden Augen erlöſchen könnten.
Falkenſtern hatte gleichfalls Halt gemacht; es war als ob er ihre Gedanken erriethe. Nach einer kurzen Pauſe fuhr er fort:
„Ich werde alſo ſterben und einem Andern mei⸗ nen ganzen Reichthum hinterlaſſen. Wegen Aufſetzung eines Teſtamentes habe ich meine Verwandten zu⸗ ſammenrufen laſſen; nicht um ihnen den Inhalt deſ⸗ ſelben mitzutheilen, ſondern um ſie gegenwärtig zu ſehen, wenn es unterzeichnet und beſiegelt wird.“
Er hielt einen Augenblick an und ſetzte dann die unterbrochene Wanderung fort.
„Hätte zwiſchen Dir und mir ein Band des Wohlwollens ſtattgefunden“, nahm er wieder das
ort,„ſo wäre es mehr als wahrſcheinlich geweſen, daß Du meine Erbin geworden wäreſt; aber ſchon von dem erſten Augenblicke meiner Ehe an, haben wir beide zwei einander feindliche Elemente ausgemacht. Ich habe Dir niemals die Zärtlichkeit verzeihen können, welche Anna für ihr Kind hegte; Du mir niemals die Liebe, welche ſie ihrem Mann ſchenkte. Du das Kind und ich der Mann, wir ſind, jedes in ſeiner Art, von
einer gegenſeitigen Erbitterung beherrſcht worden.“ „Wahr“, flüſterte Gurli.
„Anna bat mich auf ihrem Sterbebette, Dich zu lieben. Ich konnte das nicht verſprechen; aber ich gab ihr mein Wort, daß Du an mir eine väterliche Stütze finden ſollteſt, daß ich über deine Zukunft wachen und dich niemals unter der Abneigung, welche ich gegen dich hegte, leiden laſſen wollte. Habe ich dieſes Gelübde gehalten?“
„Ja“ ſtammelte Gurli.


