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geſtützt konnte er Stunden lang ſo daſitzen und ſchwei⸗
gend ſie betrachten. Erhob ſie ſich, um fortzugehen,
ſo Hand auf ihre Schulter und ſagte: ei
Gurli leiſtete dieſer Aufforderung immer Ge⸗ horſam.
Ritt Gurli allein oder in Geſellſchaft von Eliſa⸗ beth aus, ſo geſchah es meiſtens, daß Falkenſtern hinter⸗ her galoppirt kam und ſchweigend an ihrer Seite ſei⸗ nen Weg fortſetzte.
So war der Mai vergangen und der Juni ein⸗ getreten.
Es war ein ſchöner und friedlicher Sonntags⸗ morgen. Gurli ging früh von Birgersborg ab, um ihrer Mutter Grab zu beſuchen.
Sie trug am Arm einen Korb voll Blumen. Ihr Angeſicht ſtrahlte von Heiterkeit, und ſie ſchritt mit ſchnellen elaſtiſchen Schritten dahin, bis ſie zu dem Kirchhof gelangte.
Am Eingang blieb ſie einen Augenblick ſtehen. Der Ausdruck in ihrem Angeſicht veränderte ſich. Ein leichter Schleier von Wehmuth breitete ſich darüber aus, und als ſie den Begräbnißplatz betrat, zeugte ihr ganzes Weſen von Andacht und Ehrfurcht.
Sie ging auf das Grab zu und kniete an deſſen Fuße nieder. Ihre Arme um das ſchneeweiße Mar⸗ morkreuz legend, drückte ſie ihre Lippen darauf und flü⸗ ſterte unzuſammenhängende Worte, welche von der ganzen grenzenloſen Liebe, die ſie der Verſtorbenen noch bewahrte, Zeugniß gaben. Eine lange, lange Weile blieb ſie ſo, nicht betend zu Gott, wie Jemand gethan haben würde, der zu beten verſteht, ſondern nur zu der theuren Hingeſchiedenen redend. 8
Sie erhob ſich endlich, nachdem ſie auf dieſe


