Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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„Haſt Du Luſt, einen Spaziergang in meiner Geſeliſchaft zu machen?“ fragte Falkenſtern kurz.

Stephan erröthete, ſah ungemein linkiſch und ver⸗ legen aus, gab aber natürlich eine bejahende Antwort.

Der eiſte Theil der Prommenade wurde unter gegenſeitigem Stillſchweigen zurückgelegt. Als ſie aber kih dem Heimweg begriffen waren, begann Falken⸗ ſtern von dem materiellen Fortſchritt zu reden; und im Laufe des Geſprächs gelang es Stephan, ſeine Blödigkeit zu überwinden, ſö daß er nicht allein daſſelbe fortzuſetzen, ſondern auch Manches, was er mit ſeinen Anſichten nicht in völliger Uebereinſtimmung fand, zu berichtigen vermochte. Falkenſtern ſah etwas er⸗ ſtaunt aus, als er hier auf einen Widerſpruch ſtieß.

Als ſie ſich zu trennen im Begriff waren, fragte Falkenſtern:

„Wann gedenkſt Du um einen akademiſchen Grad

ich zu bewerben.“

„Nächſten Frühling,“ lautete die Antwort.

on dem Tage an war es ſehr gewöhnlich, Ste⸗ phan und Falkenſtern entweder auf der Veranda des Pavillons, oder auf Spaziergängen und Ausfahrten beiſammen zu ſehen.

Reiten konnte Stephan nicht, und er mußte da⸗ rüber von Gurli manchen Spott hören.

Eines Tags, als ſie draußen auf der Veranda ſaßen, machte Gurli ihm den Vorſchlag, die Rollen mit einander zu vertauſchen: er ſollte ſich wie ein

ädchen, ſie ſich wie ein Mann kleiden.

„Gewiß kannſt Du beſſer nähen, als ich,“ ſagte

urli;„ich dagegen verſtehe das Reiten und Jagen beſſer als Du.“

„Möglich,“ erwiederte Stephan lächelnd, während er ganz verlegen ſeine Studentenmütze in den Händen