Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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deine Heimath, ſo lang Bengt Falkenſtern Beſitzer davon iſt; deiner Mutter frühere Wohnung und Alles, was ihr geweſen, gehört Dir. Und damit, Gurli, iſt Alles geſagt, was zwiſchen Dir und mir geſagt werden kann.“

Falkenſtern ſprach in ſeinem gewöhnlichen kalten und ſcharfen Ton, und die Jahre ſchienen denſelben nur noch kälter und ſchärfer gemacht zu haben.

Zitternd hatte Gurli den Brief in Empfang ge⸗ nommen. Als der Stiefvater ſchwieg, reichte er ihr die Hand; ſie faßte dieſelbe und ihre einzige Ant⸗ S beſtand darin, daß ſie dieſe Hand an ihre Lippen ührte.. Ihre Augen begegneten ſich. Ein paar Sekun⸗ den betrachteten ſie einander, als wollten ſie ſich aus⸗ forſchen, ob von der Abneigung, welche ſie früher gegenſeitig gehegt, noch Etwas übrig wäre.

Falkenſtern ließ die Hand Gurſü's los.

„Lies dieß heute Abend, wenn Du allein biſt,“ ſetzte er, auf den Brief deutend, hinzu.„In einer halben Stunde ſpeiſen wir zu Mittag, und Du wirſt dann alte Bekannte wieder ſehen.“

Er nickte mit dem Kopf und ging.

Gurli ſank auf die Kniee, küßte unter Thränen

der Mutter Brief und flüſterte: „Mutter, geliebte Mutter, das iſt alſo ein Gruß von Dir. O, wenn dieſer Mann auch ein Henker geweſen wäre, ſo hätte ich ihm doch Alles vergeſſen und vergeben, da er mir dieß von Dir brachte, Du ewig geliebter und ewig betrauerter Engel.“

In dem großen düſtern Saal, welcher ſich gleich geblieben war, ſtand der Mittagstiſch gedeckt. Er war mit Blumen reich geſchmückt.

Tante Katharina und Walter ſtanden vor den