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In dieſem Augenblick äußerte eine Gurli nur allzu wohl bekannte Stimme:*
„Nimm' meinen Arm, Gurli, und folge mir.“
Ohne zu dem aufzublicken, welcher dieſe Worte ausſprach, kam Gurli der Aufforderung nach. Auf des Stiefvaters Arm geſtützt, verließ ſie die Kirche, unter neugierigen Blicken der Menge.
Auf der Anhöhe von der Kirche angelangt, führte Falkenſtern Gurli zu einem kleinen, dort haltenden Reiſewagen, half ihr hinein und befahl dem Kutſcher, abzufahren, ohne daß er Tante Katharina oder Eliſa⸗ beth auch nur mit einem Kopfnicken begrüßte.
Nicht ein Wort wurde zwiſchen Falkenſtern und
ſeiner Stieftochter während der Heimfahrt gewechſelt.
Er ſaß in eine Wagenecke zurückgelehnt und ſah gerade vor ſich hin. Es ſchien, als ob er ganz ver⸗ geſſen hätte, daß Jemand mit ihm fuhr.
Gurli wagte anfangs nicht, ihre geſenkten Augen zu erheben, aus Furcht, ſeinem Blick zu begegnen; aber endlich faßte ſie Muth und ſchaute Falkenſtern in das Geſicht, dieſes Geſicht, welches in den Kinder⸗ jahren ſo wenig Anziehendes für ſie gehabt hatte.
Eines ganzen Lebens Verödung war zerſtörend darüber hingezogen. Seine Haare waren mit Grau gemiſcht, ſeine Augen eingeſunken, die Stirne gefurcht, die Wangen eingefallen. Der Ausdruck war noch här⸗ ter und ſtarrer als ehedem.
Ungeachtet Falkenſtern achtundfünfzig Jahre zählte, ſomit den ſechzigen nahe war, und ſein Angeſicht die⸗ ſes Alter deutlich verrieth, behielt ſein Körper die
frühere kräftige Elaſticität. Weder Alter noch Leiden
hatten dieſe zu beugen vermocht. Richt ein einziges Mal, ſo lang ſie dahin fuhren,


