Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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beſtellt war, und daß es bei ſeiner Heimkehr für ihn ſchwer halten würde, ſich herauszureißen.

Ueberdieß hatte er ausgeſpürt, daß Beate's wohl⸗ erzogener und gehorſamer Sohn, wie Falkenſtern im⸗ mer zu ſagen pflegte, wenn man auf Allon zu ſprechen kam, ein förmlicher Plagegeiſt für die andern Kinder war; daß die Frau Mama ſelbſt nur durch Beſtechun⸗ gen ihre Macht über den jungen Herrn behauptete, und daß ſie nach beſtem Vermögen ihm klar zu ma⸗ chen ſuchte, er müſſe ſich Mühe geben, vor Onkel Falkenſterns Augen als ein recht artiges Kind dazu⸗ tehen, weil er dann eines Tags Beſitzer von Bir⸗ gersborg werden könnte. Deßhalb wurden auch dem Knaben tauſend kleine Künſte eingelehrt, womit er bei ſeinem reichen Verwandten ſich angenehm machen önnte.

Allon v. Stral war auch das einzige von den Kindern, welches ſich rühmen konnte, daß Falkenſtern ihm zuweilen auf den Kopf tätſchelte, einige freund⸗ liche Worte ſagte, oder die Erlaubniß gab, auf klei⸗ neren Spaziergängen ihn zu begleiten.

Unter ihren anderen Eigenſchaften beſaß Beate auch in hohem Grade die Fähigkeit, während ſie ſich lobend über eine Perſon ausließ, zugleich deren Feh⸗ ler ans Licht zu ziehen und dadurch deren Charakter viel mehr herabzuſetzen, als es für den, welcher blos auf das Verleumden ausgeht, möglich iſt.

Sie pflegte zum Beiſpiel gegen Falkenſtern zu äußern: „Ich kenne Niemand, der ein beſſeres Herz und ein ſanfteres Gemüth hat, als Mathilde, und wahr⸗ ſcheinlich iſt es dieſe gewinnende Güte, welche verurſacht, aß ſie ſich vollkommen von Andern leiten läßt und daß man im Grunde von ihr nicht ſagen kann, ſie habe Schwartz, Der Rechte. I. 4