Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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gepreßten Lippen angehört, aber ohne ein einziges Wort über dieſes Arrangement zu äußern.

Mathilde begann zu weinen, und es dünkte ihr barbariſch, ſie mehrere Stunden lang von dem armen kleinen Stephan zu trennen. Sie bereute ihre Reiſe hieher und hatte ein Vorgefühl, daß ſie ſchon von dem bloßen Gedanken einer ſolchen Verletzung ihres Mutterherzens krank werden würde. Anna unterbrach ihre Klagen darüber, daß die Kinder nicht an dem⸗ ſelben Tiſch mit ihren Müttern eſſen ſollten, kurz durch die Bemerkung:

„Liebe Mathilde, es iſt doch einerlei, ob die Kin⸗ der zugleich mit uns eſſen, wenn ſie nur ſatt werden. Ich finde es viel klüger, daß ſie in dieſem Fall ihre alten Gewohnheiten beibehalten. Was dagegen den Umſtand anbetrifft, daß ſie von ihren Müttern ge⸗ trennt und ganz und gar der Obhut der Mägde über⸗ laſſen werden ſollen, ſo will ich doch ſehen, wer mich zwingen kann, den ganzen Nachmittag den Anblick derſel⸗ ben mir zu verſagen. Daraus wird ganz und gar nichts.“

„Haſt Du wirklich die Abſicht, unhöflich und un⸗

dankbar zu ſeyn, daß Du wirklich auf die Wünſche von dem, deſſen Gaſt Du biſt, einzugehen, Dich wei⸗ gerſt?“ fiel Beate ein.

„Sage lieber, daß ich viel zu ſelbſtſtändig bin, um mir auf ſolche Weiſe Geſetze vorſchreiben zu laſ⸗ ſen“, entgegnete Anna.

Dieſer kleine Vorfall hatte ſie jedoch in eine ge⸗ reizte Stimmung gegen Falkenſtern verſetzt, und ſie empfand den lebhafteſten Antrieb, Allem, was er ſagte, zu widerſprechen..

Nach der Mahlzeit begab man ſich in einen alt⸗ modiſch möblirten Salon, zur Rechten von dem Saal, und trank dort Kaffee.