42
„Nicht ſonderlich“, erwiederte Anna lachend.„Sie empören ſich, gleich ihrer Mutter, gegen allen Zwang.“
„Das heißt, ſie ſind verzogen.“
„Ganz und gar; und mit dieſem Bekenntniß habe ich es auch Dir unmöglich gemacht, Dich in Bezug auf meine Perſon und auf ſie Illuſionen hinzugeben. Im Fall Du alſo nach einigen Wochen unſerer müde wirſt, ſo iſt das keine Ueberraſchung für uns. Alles, um was ich Dich bitte, iſt, daß Du niemals herkommſt und mir ſagſt: beſte Anna, erlaube mir, zu bemerken, daß Du gar nicht im Stande biſt, deine Kinder zu erziehen. Du ſollteſt ſie ſo und ſo behandeln u.ſ. w.“
„Und wenn ich das thäte, was wäre die Folge?“
„Ich nähme meine beiden Kinder zu mir und ginge meines Weges.“
„Ohne meine Worte auf Dich einwirken zu laſſen?“
„Ja, ohne daß ſie eine andere Wirkung hervor⸗ brächten, als mich zu ärgern.“
„Ich darf mich demnach wohl hüten, mich in deine Erziehungsmethode einzumiſchen, merke ich.“
Sie waren jetzt bei dem Pavillon angekommen.
„Hier bin ich ſeit dem Tode meiner Frau nicht mehr geweſen“, ſprach er, und ein Zug von Kummer beſchattete ſeine Stirne.
Anna ſah ſich um. Sie wollte Etwas ſagen, aber in dieſem Augenblick ließen ſich Stimmen von der Veranda des Pavillons vernehmen, und ſiehe, da ſaßen Beate und Mathilde.
Bei ihrem Anblick machte Falkenſtern eine un⸗ geduldige Bewegung mit dem Kopfe, verabſchiedete ſich von Anna und überließ ſie der Geſellſchaft ihrer Schwägerinnen.


