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Bwiſchen Tante Katharina und Walter hatte es in den zwei erſten Jahren einen beſtändigen Krieg gegeben. Der Mulatte und ſie ſchienen gleich bei Frau Oerners Eintritt in das Haus den gründlichſten Widerwillen gegen einander gefaßt zu haben, und gewiß hätte Walter ſo lang intriguirt, bis Tante Katharina einpackte und ihres Wegs ging, wenn nicht bei ihm eine Sinnesänderung gegen ſie eingetreten wäre.
Den zweiten Sommer, da Walter in Schweden ſich befand, erkrankte derſelbe an den Blattern. Keiner von den Dienſtboten wollte ſich zu ſeiner Pflege her⸗ geben, und Falkenſtern ſelbſt hatte bereits beſchloſſen, ihn aus Furcht vor Anſteckung in das Krankenhaus der Stadt bringen zu laſſen. Aber ſiehe, Tante Katha⸗ rina lehnte ſich dagegen auf, indem ſie erklärte, es wäre eine unchriſtliche Handlung, einen ſo kranken Menſchen wie Walter mehre Meilen weit fortzuſchlep⸗ pen. Sie nahm ſich auch vor, dergleichen gar nicht zuzugeben, ſondern verſicherte, wenn Niemand ſeine Pflege übernehmen wollte, ſo werde ſie es thun.
Und dabei blieb es.
„ Tante Katharina widmete ſich ihm, wie wenn er ihr Sohn geweſen wäre, und zwar trotz dem, daß ſie ſein„braunes Fell,“ wie ſie ſich auszudrücken pflegte, nicht leiden konnte.
Walter, ein wirklicher Typus der gemiſchten Race, mit allen Fehlern und Tugenden derſelben, wurde bei ſeiner Geneſung von dem wärmſten Dank⸗ gefühl ergriffen, und von der Zeit an gab er Tante Katharina beſtändige Beweiſe ſeiner Ergebenheit, ob⸗ ſchon es ihr, ſobald er nicht mehr krank war, ſo ſchwer wie vordem fiel, ſich mit ſeiner Hautfarbe und ſeinen verſchmizten Augen zu verſöhnen.


