Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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zu Herzen gehende Worte zu ſprechen, wie ſie das Tadelnswerthe und Verderbliche von Unordnng jeder Art in und außer dem Hauſe nachzuweiſen im Stande war. Daß ſie für Bengt eine unentbehrliche Perſon werden mußte, mit deren Selbſtſtändigkeit er bald Bekanntſchaft zu machen Anlaß fand, verſteht ſich von ſelbſt; und daß ſie eben darum von ſeiner Herrſucht unabhängiger als Jedermann blieb, iſt nicht minder natürlich, da Falkenſtern ſchon nach einigen Wochen zu der Erkenntniß kam, daß er niemals Jemand fin⸗ den könnte, der Tante Katharina, wenn ſie von ihrem Platz abträte, zu erſetzen vermöchte.

Der eigene Vortheil bewirkte alſo, daß er gegen ſie nicht denſelben Ton, wie gegen die Andern annahm, ſondern ihr eine gewiſſe Aufmerkſamkeit bezeigte, Et⸗ was, worauf Tante Katharina auch Anſpruch machte. Sie dagegen ließ Bengt ſeinen Weg gehen, während ſie den ihrigen ging, indem ſie zugleich ſo viel als möglich es verneied, mit ihm in Kolliſion zu kommen.

Das Einzige, was Tante Katharina nicht ſtill⸗ ſchweigend mitanſehen konnte, war deſſen Benehmen gegen ſeine junge leidende Gattin, welche von der Alten mit mütterlicher Zärtlichkeit umfaßt wurde; allein da die kluge Frau entdeckte, daß Alles, was ſie, um Bengt zur Vernunft zu bringen, ſagte, keine andere Folge, als eine Erſchwerung der Lage von jener hatte, ſo faßte ſie den Entſchluß, zu ſchweigen, und arbeitete in der Stille darauf hin, nach ihrem

Maaße das traurige Leben der Unglücklichen zu mil⸗ dern und zu verſüßen. 5

Sie wurde Frau Falkenſterns Freundin, Ver⸗ traute und Tröſterin.

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