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Er war ein ſtrenger und despotiſcher Herr, aber viel gerechter und freigebiger, als ſolche in der Regel zu ſeyn pflegen. Gebieteriſch und unbeugſam, konn⸗ ten auf ihn weder Bitten noch Thränen einwirken, wenn er einmal Etwas beſchloſſen hatte. Jedes Ver⸗ ſehen wurde unnachſichtlich beſtraft. Wollte er Etwas, ſo mußte es geſchehen, ohne Rückſicht darauf, ob er hiebei Andern ein Unrecht that. Er kannte blos ein Geſetz, die Durchführung ſeines Willens.
In der Eigenſchaft eines Gatten und Vaters wich er nur ſehr unbedeutend von dem ab, was er als Hausherr war. Er hatte ſeine Frau heſtig und leidenſchaftlich geliebt, aber mit einer Liebe, welche deren Gegenſtand unglücklich macht. Sie erhob An⸗ ſpruch auf alle möglichen Opfer von Zärtlichkeit, konnte niemals genügende Gegenliebe erhalten, war unbe⸗ grenzt in ihren Anforderungen, aber unvermögend,
ſelbſt Etwas von dem zu geben, was ſie ihrerſeits
begehrte.
Mißtrauiſch, unzufrieden, ſtreng und eiferſüchtig, fühlte er in ſeinem eigenen Herzen Nichts von der Befriedigung oder Glückſeligkeit, welche die Liebe ver⸗ breitet, und konnte fomit auch für diejenige, welcher ſeine Neigung gewidmet war, Richts als Leiden ſchaffen.
Seine Kinder waren ihm theuer, darum weil ſie die ſeinigen waren, aber er beneidete ſie beſtändig um die Zärtlichkeit, welche ihnen die Mutter ſchenkte. Er konnte es nicht mit anſehen, daß ſie Liebkoſungen an dieſelben verſchwendete, auf welche ſeiner Meinung nach Niemand außer ihm ein Recht hatte. Die Kin⸗ der wurden ſomit von ihm in ſeine Nebenbuhler ver⸗ wandelt. Er heiſchte von ihnen blinden Gehorſam,
blinde Liebe, und blindes Vertrauen.


