Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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ſollte. Jahre gingen und kamen; aber die bluti⸗ gen Erinnerungen wuchſen an, ſtatt ſich zu vermindern. Das Traumbild erbleichte mehr und mehr. Die Hoffnung, die dadurch geweckt worden war, erloſch. Eines Abends hatte ſie, wie gewöhnlich, ihrem Schmerz ſich überlaſſen und unter der Laſt ihrer bittern Erinnerungen ganz vernichtet ſich zu Boden geworfen. als ſie von Jemand, der ihre Hand faßte, wie ins Leben zurückgerufen wurde. Erſchrocken fuhr ſie auf und vor ihr ſtand der Befreier, von dem Traume her.

Gabriella! rief Alrik und ergriff ihre Hand.

Still! Unterbrechen Sie mich nicht. Er nahm ſie ſo zu ſagen, auf die ſtarken Arme ſeiner Seele und führte ſie Schritt für Schritt immer weiter hinweg aus dem Bereich aller der Schwäche, Küm⸗ merniß und Muthloſigkeit, welche ſie beherrſchten. Er führte ſie Gott näher und in ein ganz anderes Leben ein, als worin ſie visher ſich bewegt hatte. Als dieſes Werk von ihm vollbracht war, da ſagte er ihr Lebewohl, und in demſelben Augenblick wurde ſie ſich des Namens der Welt bewußt, welche er ihr eröffnet hatte, Es war...

Gabriella ſchwieg.

Die Welt der Liebe! rief Alrik mit Wärme und beugte das Knie vor ihr.

Wahr! flüſterte ſie.Aber in der Welt lebt man nicht einſam, und doch, Alrik, iſt es Ihr Wille, daß ich dieß thun ſſoll. Sie, ſo hochherzig, ſo er⸗ haben, ſo edel, Sie opfern die Frau, welche Sie lie⸗ ben, und welche nunmehr nur durch Sie lebt; und