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Es trat jetzt auf einige Minuten Stillſchweigen ein. Ernſt unterbrach daſſelbe mit den Worten:
„Ich habe deine Unterredung mit Gabriella gehört.“
„Dann haſt Du alſo gelauſcht; Du haſt ſomit Mißtrauen in mich geſetzt?“ rief Alrik heftig.
„Weder das Eine, noch das Andere. Ich wollte blos mich überzeugen, ob zu ihrem Glück Du ge⸗ hörteſt,“ antwortete Ernſt mit düſterem Blick.„Ich ahnte es. Was Dich betrifft, ſo wußte ich, daß die Unterredung ſo, wie geſchehen, ſchließen würde. Jetzt ſiehe zu, daß Du nicht aus Hochmuth dein und Ga⸗ briella's Glück von Dir ſtößeſt.“
Alrik ſchwieg, und der Reſt des Weges wurde zurückgelegt, ohne daß die Brüder noch ein Wort wechſelten.
XVIII. Am folgenden Vormittag fand ſich Alrik wieder
zu Wettersnäs ein. Gabriella kam ihm mit jener
ſchönen und holden Miene entgegen, welche der rei⸗ nen Freude wahrer Liebe ſammt dem Bewußtſein der Gegenliebe eigenthümlich iſt.
Alrik ſprang auf und faßte ihre beiden Hände, drückte ſie mit Leidenſchaft an ſeine Lippen und ſagte, indem er ſie zärtlich betrachtete:
„Bleiben Sie einen Augenblick ſo. Laſſen Sie mich Ihnen ins Geſicht ſehen und dabei der Wirk⸗ lichkeit und der grauſamen Nothwendigkeit, welche uns ſcheidet, vergeſſen.“
Gabriella wurde todesbleich.


