Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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vergeſſen, welchen ſie auf meine Anhänglichkeit an Gabriella geworfen hat?

Liebſt Du Gabriella, ſo mußt Du Dich nur an ihre Gefühle und an das halten, was ihr Glück in ſich ſchließt.

Ernſt, ich kann nicht der Mann der reichen Witiwe werden. Du ſagteſt einmal, ich ſei Egoiſt. Run wohl, in dieſem Augenblick erkläre ich Dir: dieſe Gabriella, ſo ungleich andern Frauen, ſo voll⸗ kommen frei von deren Verſtellung und Gefallſucht, ich liebe ſie mit jeder Faſer meiner Seele, mit jedem Tropfen meines Blutes; aber ich muß ihr entſagen, weil meine Ehre es fordert. Hochmüthiger Egoiſt! Weißt Du, was Du da⸗ mit an den Tag legſt? Ja fürwahr, daß Du dein eigenes Ich über alles Andere, ſelbſt über deine Liebe ſetzteſt. Um eines ungerechten Verdachts wil⸗ len opferſt Du nicht blos deine eigene Liebe, ſondern ſelbſt ihr Glück, weil deine Eitelkeit und dein Stolz es nicht dulden kann, daß die Welt, dieſes leere Geſpenſt, von Dir glauben ſollte, Du habeſt nach Geld geheirathet. Geſtehe, Alrik, daß hinter deinem Hochſinn viel Kleinlichkeit liegt. Ein Mädchen, wel⸗ ches Du weder ehrſt noch achteſt, braucht blos in einer Anwandlung übler Laune eine ungerechte An⸗ klage gegen Dich zu ſchleudern, wodurch dein Stolz verwundet wird, und alsbald biſt Du bereit, Dich ſelbſt und Andere zu opfern, um dieſem gedanken⸗ loſen Weſen den Beweis zu liefern, daß Du ein Nonplusultra von Vollkommenheit biſt, woran ſie aber doch nicht glauben wird.