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Obwohl Alfhild dieſe Worte in leiſem, beinahe flüſterndem Tone ausſprach, blickte doch Ernſt in demſelben Momente auf. Ihre Augen begegneten ſich wieder, und Alfhild las in ſeinem Blick einen Ausdruck tiefer und wirklicher Verachtung. Birger lehnte ſich in ſeinen Stuhl zurück und trommelte auf der Lehne deſſelben einen Marſch, ohne ein Wort zu erwiedern. Jetzt trat eine Pauſe ein. Alfhild fühlte, daß ſie einen unrechten Weg be⸗ treten hatte, und die beſſern und ſchlimmern Gefühle tummelten ſich in ihrem Innern. Reue und Zorn ſammt der bis zur Verzweiflung geſteigerten Be⸗ ſorgniß, Ernſt könnte ihre Aeußerung gehört haben, bemächtigten ſich ihres Herzens. Plötzlich nahm Birger wieder das Wort: „Seltſam, daß jener große Denker doch Recht hat, wenn er behauptet, es gebe wohl Wahrheiten, aber keine Wahrheit? Glaubſt Du wirklich, Alfhild, daß eine Frau exiſtirt, welche die Wahrheit redet?“ Die Frage wurde in leiſem Tone geſtellt; deſſen ungeachtet antwortete Ernſt, ehe Alfhild noch hiezu Zeit fand:
„Ja, es gitzt wirklich ſolche, welche dieß thun.“
Er ſtand auf und näherte ſich Birger, indem er hinzuſetzte:
„Ich kenne deren zwei, ſo unglaublich es klingen mag.“ „Zwei?“ rief Birger lachend;„Du biſt ja ein ganzer Kapitaliſt, wenn Du ſo reiche Entdeckungen Ich kann mir nicht ſchmeicheln, ſo glücklich zu ſein.“


