Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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ger ſich wieder in mich verliebt, um meine Rache an Ernſt nehmen zu können.

Nun wir werden ja ſehen, nahm jetzt Birger das Wort;ſage mir, Alfhild, wenn Du Ernſt wirk⸗ lich liebſt, wie kannſt Du einen ſo unrichtigen Weg einſchlagen, ihm zu gefallen, wie es jetzt geſchieht? Bedenke, daß ein Mann ſelbſt der Frau, welche er liebt, es nicht verzeiht, wenn ſie ihn vor Andern demüthigt oder einen Schatten auf ſeine Ehre wirft. Wie viel ſchwerer muß es ihm dann fallen, dieſen Fehler einer Perſon, welche er nicht liebt, zu ver⸗ zeihen. 3

Das Blut brannte wie Feuer auf Alfhilds Wangen. Es war eine Beleidigung, welche ihr un⸗ erträglich dünkte, von Birger ſich ſagen laſſen zu müſſen, daß ſie, die ſchöne, gefeierte und verwöhnte Alfhild, von dem Manne, um deſſen willen Birger mit ihr gebrochen hatte, nicht geliebt würde. Wahr⸗ heit, Rechtsgefühl, Alles mußte wieder der verwun⸗ deten Eitelkeit weichen, und deßhalb machte ſich Alfhild, ohne zu berechnen, daß ſie ſich mit Be⸗ friedigung dieſer Leidenſchaft in demſelben Augenblick zur Verleugnung ihres eigenen Gefühles und zur Anklage des von ihr geliebten Mannes erniedrigen würde, einer groben Verfehlung ſchuldig.

Wer ſagt Dir, entgegnete ſie,daß Ernſt mich nicht liebt, und daß ich ihm gefallen will?

Meine eigenen Augen, antwortete Birger ernſt.

Deine Augen haben Dich getäuſcht. Ich bin es, welche mit ihm gebrochen hat, welche fand, daß ſie einem ſeelenloſen Thoren einmal einen wirh Mann geopfert hat.