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meinige, bemerkte Gabriella traurig.„Da muß man ja mit Zittern daran denken, man habe einen ſo un⸗ glückſeligen Charakter bekommen, daß man ſich und Andern Sorgen ſchafft.“
„Nein, das nicht!“ rief Alrik lebhaft.„Man darf nicht denken, es ſei unmöglich, ſeine Fehler ab⸗ zulegen, ſondern muß unaufhörlich der Vollkommen⸗ heit nachſtreben und ſein Inneres von jedem Egois⸗ mus rein halten.“
„Gnädige Frau,“ fiel Ernſt ein, und ſein Blick weilte mit einem hohen Grad von Zärtlichkeit auf Gabriella;„dieſe Anſicht von unſerem Schickſal hat eine weſentliche gute Folge; nämlich die, daß wir unſere Handlungen genau prüfen und die Motive, wovon wir geleitet werden, zu erforſchen ſuchen. Auf dieſe Weiſe können wir unſerer Leidenſchaften Meiſter werden, und laſſen uns nicht von denſelben fortreißen, um uns ſelbſt und Andere in Leid zu ſtürzen. Unſer Leben wird eine wachſame Beachtung der Beweggründe, nach welchen wir handeln. Die unglücklichen Folgen unſeres unüberlegten und ge⸗ dankenloſen Thuns werden wirkliche Wohlthaten, ſofern ſie die Strafe für dieſelben ausmachen.“
„Ich danke Ihnen!“ flüſterte Gabriella und reichte Ernſt die Hand;„Ihre Philoſophie über unſer Schickſal iſt mir ſehr lehrreich geweſen.“
Ernſt verneigte ſich und ließ die kleine zarte Hand ſogleich wieder los, als ob er daran ſich zu verbrennen fürchtete.
Clara begann nun eine eifrige Debatte mit Alrik über den Werth von Mann und Frau; und da ſie


