Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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lich fixirt, geſchehen mochte, oder ob ſie ſehen wollte, welchen Ausdruck Ernſts Miene hatte, wiſſen wir nicht jetzt ſchaute ſie auf, und ihre Augen begeg⸗ neten ſich. Die ſeinigen waren kalt und ſtreng, es wurde ihr ſo weh, ſo wunderlich ums Herz. Sie wäre gern auf ihn zugeſtürzt, hätte ſeine Hände gefaßt und ihn gebeten, ihr nicht böſe zu ſein; aber ſie that es nicht; und nun gerieth ſie wieder auf den unglückſeligen Einfall, ſeine Eiferſucht zu reizen, die Gleichgültige zu ſpielen und durch ihre Aufmerkſamkeit gegen Birger ihm den Beweis zu liefern, daß ſie ſich von ſeinen Worten weder ge⸗ troffen noch verwundet fühlte.

Sie richtete ſich darum haſtig auf; der anfänglich milde, demüthige und beinahe rührende Ausdruck in Alfhilds Miene, da ſie auf Ernſt geſehen, ver⸗ ſchwand; ſie erwiederte ſeinen Blick ebenfo kalt und wandte ſich dann an Birger mit der Frage:

Theilſt Du die Meinung des Herrn Ingenieur über unſer Schickſal?

Bis auf einen gewiſſen Grad, denn es läßt ſich nicht läugnen, daß wir gewöhnlich unſere Freu⸗ den und Leiden uns ſelbſt ſchaffen.

Und auch darin liegt eine Wahrheit, daß wir über unſer Leben ſelbſt entſcheiden, wenn wir uns ganz willenlos den Widerwärtigkeiten, wovon wir betroffen werden, hingeben oder ſo ſehr unter den Kummer beugen, daß wir keinen Verſuch mehr ma⸗ chen, unſerem Leben eine andere Richtung zu geben, ſetzte Alrik hinzu.

Gott weiß, ob dieſe Anſicht von unſerem Ge⸗ ſchic nicht noch niederſchlagender iſt, als die