Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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Dingen daſſelbe Unglück entgegentritt, das gleichſam immerdar ſeine Hand über ſie ausgeſtreckt hält. Sie ſind ohne all ihr Verſchulden wahre Unglücks⸗ kinder.

Das möchte ich beſtreiten, entgegnete Ernſt; fürs Erſte läßt ſich nicht mit Beſtimmtheit ſagen, ob nicht in dem Charakter einer ſolchen Perſon Etwas ſich findet, das dem Unglück ſeinen Urſprung gibt, oder bewirkt, daß ſie die Folgen ihrer Hand⸗ lungen und die Wirkung, welche ſie bei Andern her⸗ vorbringen können, nicht gehörig beachtet. Wir haben niemals ein Recht, das Schlimme, welches uns mit Leid und Kummer trifft, einem unvermeidlichen Schickſal zuzuſchieben, ſondern müſſen zuerſt den Fehler bei uns ſelbſt, und ſodann in widrigen Zufällen ſuchen, durch deren Zuſammenſtoß das Unglück erzeugt wird.

Sie glauben alſo nicht an ein beſtimmtes Ver⸗ hängniß?

O ja, an eines, erwiederte Ernſt und dabei flog unwillkürlich ſein Blick zu Alfhild hinüber, nämlich an das, welches unſere Kraft, die ſchlim⸗ mern Regungen in uns zu unterdrücken, lähmt, ſo daß wir uns blindlings von dieſen leiten laſſen. Solche Menſchen, welche ſich zu Sclaven ihrer Lei⸗ denſchaften machen, nenne ich Unglückskinder, denn ſie tragen ihr eigenes Unglück in ſich und ſtören, was noch ſchlimmer iſt, auch den Frieden Anderer.

Alfhild war, die Blicke auf den Boden geheftet, dageſeſſen; jetzt aber ob es nun in Folge jenes eigenthümlichen magiſchen Einfluſſes, welcher immer⸗ dar ſich fühlbar macht, wenn Jemand uns beharr⸗