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wird vergeſſen und das Leid verſchwindet. Es iſt ein Hauch vom Himmel, welcher mit ſeiner Selig⸗ keit auf einen Augenblick ſelbſt den Schmerz um⸗ ſpielt und in Freude verwandelt.“
Es lag in dem Ton ihrer Stimme ein eigen⸗ thümliches, magiſches Beben. Alle betrachteten ſie mit Verwunderung. Als ſie ſchwieg, blickte ſie auf und begegnete Alriks hellblauen Augen, welche ſie mit einem ganz beſondern Ausdruck unbeſchreiblicher Zufriedenheit anſchauten.
„Recht ſchön geſprochen, Schweſterchen,“ nehm Birger wieder das Wort,„aber wir können das Fac⸗ tum nicht wegraiſonniren, daß die Liebe auch zu einer Plage werden kann.
„Tra la, la, la,“ ſang Clara,„das iſt das ewig alte Lied, welches mir ſo albern vorkommt, daß ich kaum Luſt verſpüre, auch nur eine Sylbe daran zu verſchwenden. Meine Ueberzeugung ſteht feſt, daß die Qual der Liebe, wovon man in Reim und Proſa ſo viel ſpricht, nur eine Erfindung der Civiliſation und des Romans; die Liebe dagegen, wie ſie von Gott ausgegangen, die Quelle des Guten, die Quelle iſt, woraus alles Edle, Große und Glückliche ent⸗ ſprungen; aber es verhält ſich dabei wie mit allem Guten, was die Vorſehung uns gegeben hat; ſie kann verkehrt und mißbraucht werden und je nach der Gemüthsart des Menſchen einen beſonderen Cha⸗ rakter annehmen. Dann erwachen alle die Furien, welche wir die Qual der Liebe nennen, und welche in reiner und ungeſchminkter Sprache den Namen Neid, Rachgefühl über erlittene Verſchmähung, verwundete Eigenliebe, unbefriedigte


