Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

128

und für den Reichen thut, was er niemals für den Armen thun würde.“

„Welchen Vortheil kann aber Herr Welwort von der Theilnahme haben, die er mir erwieſen?“

„Den, ſich eine reiche Frau zu verbinden. Dieß kann, wenn er gleich Dir jung iſt, weit führen.“

„Reich?“ wiederholte Gabriella;„bin ich reich?“

„Haſt Du wirklich vergeſſen, daß Du reich biſt, ſo ſei verſichert, daß die Herren Welwort es nicht gethan haben.“

Jetzt war es mit Clara's Geduld zu Ende, und ſie forderte in munterem Tone dazu auf, von die⸗ ſem Geſpräch abzubrechen.

„Herr Gott, wie langweilig ihr ſeid! Beſter Birger, Du biſt ein Mann von Welt, bringe etwas Angenehmeres vor,“

„In Bezug auf den Reichthum?“ fragte Bir⸗ ger lächelnd..

„Was es auch ſei, wenn es nur intereſſanter iſt, als womit meine Schweſter uns aufwartet.“

„Du thuſt Unrecht daran, daß Du Alfhild nicht fortfahren läſſeſt.“

„Ei ſieh', jetzt beginnſt auch Du, langweilig zu werden. Nun, Herr Ingenieur, wollen Sie es auf ſich nehmen, dem Geſpräch eine angenehmere Rich⸗ tung zu geben?“

„Gern, wenn ich Sie zur Verbündeten bekomme.“

Ernſt zog ſeinen Stuhl zu Clara hin und zwang ſein Geſicht, ſo viel möglich, ſich aufzuklären.

Alrit dagegen ſaß bleich und ſchweigend und mit einer ganzen Welt von Stürmen auf ſeiner