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Stirne da. Gabriella betrachtete ihn mit bekümmer⸗ tem Blick.
„Können Sie mir, Fräulein Clara, ſagen, was Liebe iſt?“ fragte Ernſt lächelnd.
„Unmöglich,“ fiel Birger ſcherzend ein.„Clara hat niemals geliebt, und wird niemals lieben.“
„Woher weißt Du das?“
„Darum, weil Du einen viel zu heiteren und leichten Sinn haſt.“
„Muß man denn nothwendig düſter und uner⸗ träglich ſein, um von Gott Amor ſeine Aufwartung zu erhalten?“
„Wenigſtens ernſt.“
Finſter wie der Herbſthimmel, lehnte ſich gede⸗ müthigt und verletzt Alfhild in ihren Seſſel zurück.
„Und Du glaubſt, ich könne kein ernſtes Gefühl haben?“
„Ja, auf fünf Minuten.“
„Das iſt eine hübſche Schilderung von dem Ge⸗ müthe eines Menſchen,“ rief Clara lachend.„Das heißt, Du hältſt mich für eine flatterhafte Närrin.“
„Das gerade nicht, aber für ein Kind der Freude, das Alles verabſcheut, was unter die Rubrik von— Ernſt zu verweiſen iſt.“
„Haben Sie dieſelbe Meinung von mir, Herr Ingenieur?“
„Nicht ſo ganz; aber laſſen Sie uns hören, was Sie von der Liebe halten. Sagen Sie mir, was begreifen Sie unter dieſem Gefühl?“
„Die höchſte Freude der Erde,“ antwortete Clara in ſo friſchem und ernſtem Ton, daß ihre Worte
Schwartz, Ein Opfer der Rache. I. 9


