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Er ſah bleich, aber ruhig aus; doch ein inne⸗ res, qualvolles Leiden ſtand auf ſeiner Stirne zu leſen. Er begrüßte Gabriella mit einem Ausdruck wirklicher Achtung.
Gleich darauf kam auch Birger.
Bei Ernſt's Anblick flog eine dunkle Röthe über Alriks Geſicht, und in ſeinem Gedächtniß wieder⸗ hallten die Worte des Bruders: Eine ſolche Probe würdeſt Du ebenſo wenig wie ich beſtehen.“
Es war ein Augenblick bitterer Demüthigung für den auf ſeine Seelenſtärke ſo übermüthigen Alrik, wo er ſich geſtehen mußte, daß er im Grunde nicht feſter oder ſeiner Gefühle mächtiger war, als Ernſt. Vielleicht war er es noch weniger. Bei dieſer Vorausſetzung flammte Etwas wie Zorn in ihm auf.
Ernſt, welcher nicht gern Andere in ſeinem Innern leſen ließ, begann ſogleich von gleichgülti⸗ gen Dingen zu reden. Eine Hochzeit, etliche Mei⸗ len von Wettersnäs, zu welcher er geladen worden war, wurde von ihm zur Einleitung für das Ge⸗ ſpräch benützt.
„Iſt die Braut ſchön?“ fragte Clara.
„O ja, recht hubſch“
„Hat ſie Vermögen?“ fragte Birger.
„Nein, ſie iſt arm.“
„Und bekommt doch einen Mann,“ fiel Alfhild ein.„Das iſt doch in der That ſtaunenswerth.“
„Ich finde nichts Erſtaunliches daran,“ antwor⸗ tete Ernſt ganz ruhig.„Sie ſoll einen Schatz weib⸗ licher Tugend und Anmuth beſitzen, welche den Man⸗ gel an Geld in reichem Maße erſetzen.“


