Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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ſich erinnerte, daß in dieſer Bewegung etwas Un⸗ rechtes läge.

„Und nun, Herr Welwort, werden Sie fortfah⸗ ren, mir guten Rath zu ertheilen; lehren Sie mich, ſo viel Gutes, als in meinen Kräften ſteht, zu thun. Ich verſpreche Ihnen, mit Achtung und Ver⸗ trauen mich nach Ihren Vorſchriften zu richten.“

„Gnädige Frau, als ich mit Gewalt Ihnen meine Theilnahme aufzwang, hatte ich feſt beſchloſ⸗ ſen, nicht einen Tag über die bedungene Zeit hinaus mit meinen Beſuchen fortzufahren. Ich weiche nicht gern von einem Vorſatz ab, beſonders nicht, wenn er von ſolcher Natur iſt, denn Sie könnten ſonſt mit Recht denken, ich hätte nur deßhalb eine begrenzte Zeit aufgeſtellt, um Ihren Widerwillen zu überwinden und mir ſomit die Möglichkeit zu verſchaffen, auch ſpä⸗ terhin Ihr Freund zu bleiben. Dieß würde aber ein Sonderintereſſe in ſich ſchließen, und eine ſolche Vor⸗ ausſetzung wäre höchſt verletzend für mich, ſofern ich nur von einer uneigennützigen Theilnahme für Sie geleitet worden bin. Ich muß ſomit von Ih⸗ nen ſcheiden. Bewahren Sie darum in Ihrem Her⸗ zen die Erinnerung an mich, als an eine Perſon, die nur einen Wunſch hegte, nämlich Sie dem Le⸗ ben wiederzuſchenken.“

„Ach! mein Herr, Sie ſind grauſam!“ rief Ga⸗ briella mit bebender Stimme.

„Grauſam, ſagen Sie! Wenn das ſo iſt, ſo glauben Sie, daß ich es gewiß gegen mich ſelbſt bin. Doch ich wollte nicht von mir reden, ſondern von Ihnen. Erlauben ſie mir darum, dieſe letzten Stunden unſerer kurzen Bekanntſchaft zu benützen, um