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„Ernſt, ich bitte Dich in dieſem Augenblick bei unſerer brüderlichen Freundſchaft, ſage mir, liebſt Du Gabriella?“
Alrik hatte ſeine Hand auf die Schulter des Bruders gelegt und ſah ihm gerade in die Augen.
„Ja!“ antwortete Ernſt.
„Nun wohl, Du haſt mir Egoismus ſchuld ge⸗ geben; ich will Dir beweiſen, daß Du Unrecht haſt. Morgen will ich ihr ſagen, wie innig, wie treu Du ſie liebſt, und daß ſie dein Glück in ihren Händen trägt. Mit kurzen Worten: ich, der egoiſtiſche Alrik, welcher ſeinem Vorſatze, nur ihr Seelenarzt zu ſein, untreu geworden iſt und ſtatt deſſen dar⸗ nach trachtet, weil er ſie liebt, auch ihr Herz zu gewinnen, ich will aller Hoffnung entſagen und nur deine Sache führen. Bin ich dann auch ein Egoiſt?“
„Das wäre eine thörichte Probe, welche Du, wie ich überzeugt bin, nicht beſtehen würdeſt; und wenn es auch geſchähe, möchte ich mein Glück doch nicht um einen ſolchen Preis erkaufen.“
„Du bezweifelſt alſo meine Seelenſtärke?“
„Ja, in dieſem Fall, denn es iſt immerhin mög⸗ lich, daß Gabriella ihre Zuneigung Dir geſchenkt hat. Sei verſichert, deine Seelenſtärke würde zum Wanken gebracht, wenn Du dieß bemerkteſt; dieß, Alrik, wäre natürlich. Ich fühle, daß ich aus einer ſolchen Prüfung nicht als Sieger hervorgehen würde.“
„Aber ich, ich werde es; ſelbſt wenn ſie mich liebt, ſo will ich Dir beweiſen, daß ich meinem eige⸗ nen Glück entſagen kann, um das deinige zu be⸗ gründen.“
„Wiederum Egoismus, Es wäre nicht mein


