Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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„Damit, daß Du vor Allen und über Allen ſtehen willſt. Dein Ich duldet kein Du neben ſich. Selbſt dein Edelmuth iſt oft reiner Egoismus, denn Du willſt damit zeigen, daß kein Anderer eine ſo hoch⸗ herzige Handlung, wie Du, zu vollbringen im Stande iſt, und Du geſtatteſt Niemand, die Mühe mit Dir zu theilen, weil Du die Ehre allein haben willſt. Wenn Du gezwungen biſt, dich der Beihülfe eines Andern zu bedienen, ſo muß dieſer Dir ganz und gar unterthänig ſein, in Allem deinen Befehlen blind⸗ lings gehorchen und nur nach deinem Willen thun. Dieſer ganz abſolute Zug deines Chrakters beruht auf einem egoiſtiſchen Grunde.“

„Möglich, aber ich glaube es nicht. Stelle mich

auf die Probe, begehre von mir ein Opfer, welches

dein Glück ausmachen kann.“

„Sei ruhig; mein Glück oder Unglück durch ein Opfer zu erzielen, iſt an mir ſelbſt; aber wenn ich geſtern— heute kann es nicht mehr in Frage kom⸗ men— geſagt hätte: Alrik, ſtehe von deinen Be⸗ ſuchen zu Wettersnäs ab, mein Glück erheiſcht es, was würdeſt Du geantwortet haben?“

„Daß ich es gern gethan hätte, wenn ich nicht eben jetzt mich für Frau von Saint Sue's morali⸗ ſche Geneſung unentbehrlich hielte.“

„Bah! Es gibt keinen unentbehrlichen Menſchen, ſagt Méry, und ich wiederhole es.— Gute Racht, mein Bruder; deine Zärtlichkeit für Frau von Saint Sue wäre jedenfalls die richtige Urſache deiner Wei⸗ gerung geweſen.“

Ernſt wollte gehen.

Alrik hielt ihn zurück, indem er ſagte:

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