Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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„Wie von mir geſchieht, willſt Du ſagen,“ fiel Alrik ein.

„Ja! Du biſt ſo ſtolz, ſo eigenliebig, ſo über⸗ müthig in deinem Glauben an Dich ſelbſt und haſt doch keine Macht über deine ausbrechenden Gefühle! Was iſt es eigentlich, worauf Du ſtolz biſt?“

„Auf das Bewußtſein, niemals unrecht, oder aus egoiſtiſchen Beweggründen gehandelt zu haben.“

„Biſt Du überzeugt, nicht ein ebenſo großer Egoiſt wie Andere zu ſeiu?“

„Vollkommen!“

„Glückliche Selbſttäuſchung!“ bemerkte Ernſt kalt.

„Nun wohl, beweiſe mir, wenn Du kannſt, daß ich Egoiſt bin,“ rief Alrik heftig.„Wenn Du mich

deſſen überführen könnteſt, ſo wäre ich in der That

ein Elender, ein....“

„Halt ein! Laß deine Phantaſie nicht mit deiner Vernunft davonlaufen, ſondern lege der erſtern den Zügel an und ſteure deiner Heftigkeit, denn ſonſt iſt es vergeblich, mit einander zu reden.“

„Du willſt, daß man Fiſchblut haben ſoll, ob⸗

wohl Du mich in einen Schurken, einen elenden Sclaven niedriger und egoiſtiſcher Begierden um⸗ wandelſt, und zwar, ungeachtet ich fühle, daß ich jeden Tropfen meines Blutes für diejenigen, welche ich liebe, hingeben würde. Dieſes unaufhörliche Herabſetzen alles deſſen, was ich Edles an mir habe, muß nothwendig die Seele in Aufruhr verſetzen und einen gerechten Zorn hervorrufen.“

Wiederum entſtand eine Pauſe, und auch dieß⸗

mal wurde ſie von Alrik unterbrochen. „Nun, womit beweiſeſt Du meinen Egoismus?“